Das Pragorische Königreich

Die Entstehung des Königreichs
Mit der Gründung des Pragorischen Königreichs im Jahre 299 n.N. durch
König Ruthard I. von Wallstadt, löste sich das 5-Fürstenreich, das nunmehr
schon seit fast 250 Jahren bestand, auf. Die Fürsten der geeinigten
Provinzen waren schon vor der Ausrufung des Königreichs skeptisch
gegenüber der Einigung gewesen, so befürchteten sie alle einen Nachteil
durch die Zusammenlegung der Gebiete. Sie, die zuvor die gesamte Macht
über ihre Provinz hatten, waren nunmehr nur noch Statthalter des Königs
und einige ganz offensichtlich nicht mit ihrem neuen Amt zufrieden.

Doch auch ihre letzten Machtmittel wurden ihnen genommen, der König konnte
es sich in Zeiten der Umstrukturierung und des Neuanfang nicht leisten,
dass sich die eigenen Fürsten gegen ihn stellten. Zumal die
Auseinandersetzungen um Tsam Minith an der nördlichen Grenze sich
verstärkten und wohl in naher Zukunft nur blutig gelöst werden könnten,
musste Pragorien geschlossen und entschieden auftreten. Schon zu oft waren
die pragorischen Streitkräfte der Provinzen in den Gebieten der
Cairnit-Wüste unterlegen.
Nur vier Monde nach dem Machtwechsel in Pragorien löste der König in einer
Verfügung alle Truppenverbände die unter der Vorherrschaft der Provinzen
standen, auf, berief sie erneut ein und bildete aus ihnen das Pragorische
Reichsheer, das bereits nach einem Jahr auf eine stehende Größe von über
10.000 Mann.

Der Plan des Königs, die Provinzen nicht nur auf dem Papier zu einen, sah
vor einen einheitlichen Steuersatz im gesamten Königreich einzuführen, der
in manchen Gebieten fast um die Hälfte geringer war, als noch unter der
Herrschaft der Fürsten. Damit hatte König Ruthard I. eine breite Masse der
Bevölkerung für sich gewonnen, besonders die neuen, südlichen Provinzen
Pragoriens wurden finanziell stark entlastet und seine Untertanen dort
feierten den König.
Außerdem schaffte die Abschaffung der Zölle innerhalb der Provinzen und
der Handelsprivilegien eine gute Vorraussetzung für eine blühende
Wirtschaft im neuen Königreich. So verstummten viele Widersprecher und
jene, die sich immernoch nicht so recht mit dem geeinten Pragorien
anfreunden konnten, fand man meist in der Schicht des Adels, welche viele
ihrer Privilegien einbüßen musste.

 

 

Herrschaftsform

In Pragorien herrscht Monarchie unter Beteiligung eines Fürstenrates.

 

 

Provinzen/Hauptstadt

Das Pragorische Königreich war vor der Einigung in 11 Provinzen aufgeteilt. Diese bestehen namentlich bis heute. Kragenburg in der Provinz Heilbergen blieb die Hauptstadt, wurde aber nach der Gründung des Königreiches in "Pragoria" umbenannt.

 

 

Zeitrechnung

Maßgebend für das Jahr 0 n.D. der Pragorischen Zeitrechnung ist die Verkündung der Dekreta auf dem Opferplatz durch Prinzepatress Isabella IV., welche einen Tag später dafür zusammen mit sechs weiteren Prinzipatoren hingerichtet wird.

[Die Umrechnung erfolgt indem man die Zahl 1584 von der aktuellen, realen

Jahreszahl abzieht.]

 

 

Währung

Seit dem Jahre 315, in dem die Währungsreform vollzugen wurde, ist der "Penzen" die offizielle Währung des Pragorischen Königreichs. Ein Penzen entspricht einem Kupferstück, und wird aufgrund der Preisfestlegung von 315 n.N. im "Scriptum Pretium" auch "Krug" genannt. Zehn Krug bilden einen Silberpenzen, zehn Silberpenzen einen Goldpenzen, der aufgrund seiner gleichzusetzenden Wertigkeit zu einem gesunden Pferd und dem auf der Prägung befindliche Pragorische Wappen, auch "Pferd" oder Umgangssprachlich "Gaul" genannt wird.

 

 

Maße

Geographische Entfernungen zu Lande werden in Meilen gemessen, kurze Strecken in Schritt. Auf dem Wasser spricht man von Seemeilen und in ganz seltenen Fällen auch von Ruderschlägen, die ungefähr mit 4-5 schritt gleichzusetzen sind.  Im Handel sind die Bezeichnungen Ellen und Fuß geläufig. Große Flächen werden in Ar und Hektar bemessen, kleine in Quadratmetern. Gerade unter Bauern ist auch der "Acre" gebräuchlich, dabei handeltes sich um eine Einheit, die ungefähr 0,4 Hektar bemisst.

 

 

Einwohner

Das gesamte Königreich wird ausschließlich von Menschen bewohnt. Fremdartige Rassen sind nur unter den Gelehrten bekannt, das normale Volk erkennt in einem Elfen oder einem Zwerg nur einen Menschen mit geringfügigen Veränderungen, denen er meiste skeptisch gegenübersteht.

Dem König Untertan sind nach der letzten Volkszählung im Jahre 415 n.N. fast 965.000 Einwohner.

 

 

Gesetze und Gerichtsbarkeit

Gesetze werden unter der Führung des Königs und seiner Minister vom Fürstenrat erlassen. Das einfache Volk hat kein Mitspracherecht, auch gibt es außer den amtierenden Fürsten keine politische Vertreter. Darüber hinaus werden die Vertreter der Götterorden zu wichtigen Abstimmungen hinzugezogen und diese haben in diesen Fällen auch ein Vetorecht gegen Beschlüsse des Fürstenrats, dass die Durchführung den Beschlusses zumindest zeitlich hinauszögert. Sprechen sich mehr als 3 Vertreter gegen den Gesetzesentwurf aus, ist der Antrag abgelehnt.

Die Gerichtsbarkeit ist in Pragorien wie folgt geregelt:

Begeht ein gewöhnlicher Bürger eine Straftat, so ist diese nach dem geltenden Strafgesetz zu bewerten. Im Strafgesetz ist festgehalten, welche Strafe ihn für sein Vergehen erwartet und ob es eine Möglichkeit zur Verringerung der Schuld oder dem Freikauf gibt.  Außerdem ist hier der Lohn für die Erfüllungsgehilfen des Rechts, die Henker, niedergeschrieben.

Das Strafgesetz besitzt keine Gültigkeit dem Adel gegenüber, für deren Rechtsprechung ist der allein Fürst der jeweiligen Provinz zuständig.

 

 

Steuern

In Pragorien ist seit der Reichsgründung der Zehnt zu entrichten. Der Adel ist vom Zahlen der Steuer ausgenommen, er trägt die Kosten für das Militär.

 

 

Religion

Der Aljendrische Heilstempel bildet die Staatsreligion im Pragorischen Königreich. Geistiges Oberhaupt ist der "Jurhindros" oder die "Jurhindra", dieses Amt kann sowohl von Männern wie auch Frauen beansprucht werden. Es handelt sich dabei um eine Person, die bereits mit mehreren Konkurrenten seit ihrer Geburt auf dieses Amt vorbereitet wird. Stirbt ein Juhindras oder eine Juhindra, so findet eine Auslese unter diesen Auserwählten statt, aus der immer nur ein Nachfolger lebend hervorgehen kann.

Innerhalb des Aljendrischen Heilstempels gibt es einen Priesterrat, welcher Aljendrevat genannt wird.

Andere Religionen gibt es kaum, vereinzelt treten naive Naturkulte auf, die allerdings genauso wie fremdländische Religionen von den Einwohnern misstrauisch beäugt werden und wenig Zustimmung finden.

Neben den Hauptgottheiten werden lokal auch einige Heilige des lichten Heiligenzirkels, dem "Creavat" verehrt.

 

 

Außenpolitik

Es bestehen Handelsbeziehungen zu den Gauri im Norden sowie zum Inselstaat Estanor. Darüber hinaus befindet sich der Seehandel mit vereinzelten Stadtstaaten aus Saarhaunt in der Diskussion.

Bündnisse gibt es keine oder keine mehr, das letzte Bündnis mit dem Königreich Dicigorio zerbrach bereits im Zweiten Zeitalter. Die Könige Pragoriens waren in der Vergangenheit stets um außenpolitische Beziehungen bemüht. Unter dem amtierenden König Aydrian III., scheinen diese Bemühungen deutlich an Intensität verloren zu haben.

von Christoph Bülow